Initiative Bürger-Herz Stellungnahme / Pressemitteilung  - 12. September 2020 

Klinik-Krise Hersfeld-Rotenburg: Entscheidungsprozess hat gerade erst begonnen
Initiative Bürger-Herz fordert: „Es darf keine Denkverbote geben!“

Die Initiative Bürger-Herz nimmt weiter inhaltlich Stellung zum derzeitigen Entscheidungsprozess in der Krise des Klinikums Hersfeld-Rotenburg. „Es ist bedauerlich, dass erst nach einem lautstarken Protest durch eine friedliche Menschenkette mit tausenden Teilnehmern auf der Straße, sich die Politik nun ernsthaft mit Alternativen zur Lösung der Klinik-Krise auseinandersetzt. Wir verurteilen nach wie vor den Prozess der Beschlussfassung ohne Bürgerdialog in der Gesellschafterversammlung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg, obwohl andere Lösungsoptionen bereits jetzt auf dem Tisch liegen“ teilt Benjamin Schneider von der Initiative Bürger-Herz mit.


Der Entscheidungsprozess zur Sanierung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg kann nicht am Ende sein. Wenn zerstörtes Vertrauen wieder hergestellt werden soll, muss sich die Politik mit allen Alternativen sachgerecht auseinandersetzen, fordert die Initiative. Der Vorschlag von Bürgermeister Grunwald einen Neubau in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus in Rotenburg zu errichten liegt vor. „Daneben ist aber ebenfalls eine kostengünstige Sanierung des bisherigen HKZ-Standorts mit Rückführung von Stroke-Unit und konzentrierter Kardiologie am Standort Rotenburg und dem erfolgreichen Konzept der integrierten Reha nochmals zu betrachten.“ Dabei könnten auch, wie gefordert, Doppelstrukturen reduziert werden. Dieser Vorschlag wird von Herrn Dr. Oster und Herrn Dr. Graff (ehemals Chefarzt bzw. leitender Oberarzt am HKZ Rotenburg) als machbar vorgetragen (Vgl. HNA Rotenburg-Bebraer Allg., 7.9.2020, S.4). Die Unterstützer der Initiative Bürger-Herz erwarten, dass Landrat Dr. Koch, die erste Beigeordnete Frau Elke Künholz sowie die Geschäftsführer des Klinikums sich mit dieser Option intensiv auseinandersetzen. „Es darf keine Denkverbote geben!“ meint Benjamin Schneider von der Bürger-Herz Initiative.

„Im Moment besteht kein Vertrauen, dass der risikobehaftete Neubau eines komplexen Klinikum-Gebäudes in drei Jahren in Bad Hersfeld Realität wird. Es sollte im Interesse des gesamten Landkreises sein ein "Klinik-Desaster 2.0" zu vermeiden. Bisher war nicht öffentlich, dass von den rund 13 Millionen Defizit des Klinikums in 2019 etwa 10 Millionen am Standort Bad Hersfeld "produziert" wurden, wie Landrat Dr. Koch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Rotenburg am vergangenen Dienstag erstmalig bekannt machte“, kommentiert Herr Schneider ergänzend, der im Anschluss an die Menschenkette ebenfalls an der Ausschusssitzung im Bürgersaal der Stadt Rotenburg als Gast teilgenommen hatte.

Mittlerweile hat sich die Anzahl der Unterzeichner bei der Unterschriften-Aktion auf eine Anzahl von über 6.300 erhöht. Die Unterschriften-Aktion läuft weiter, Informationen finden Sie unter www.buerger-herz.de.